Dendrologischer Garten

Der Rotherspark – ein Paradies für Bäume

Station1_signNoch nie etwas von einem Dendrologischem Garten gehört? Kein Wunder – solch eine Sammlung von Bäumen und Sträuchern ist eine Rarität. In Bad Berneck wächst er auch noch auf einem geschichtsträchtigen Gelände. Denn in den Tiefen des heutigen Gartens liegt ein historisches Bergwerk. Kein Geringerer als Alexander von Humboldt führte dort einst als junger Mann Experimente zum Bergbau durch.

Auf diesem brachliegenden Hügel, einer Schutthalde des stillgelegten Alaunschiefer-Bergwerks „Beständiges Glück“, legte der Naturliebhaber und Weltreisende Wilhelm Rother Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Sammlung von Gehölzen aus aller Welt an. Mit Bäumen und Sträuchern, die er von seinen Reisen mitbrachte, schuf er dort mit hohem Kostenaufwand ein botanisches Kleinod. Der kleine Park ist von vielen Spazierwegen durchzogen, die dem Flanieren der Kurgäste dienten.

Verschiedene Arten fremdländischer sowie einheimischer Laub- und Nagelgehölze sind dort zu bewundern, darunter beispielsweise Rot- und Zerreichen, Douglasien, Esskastanie, Pyramideneiche sowie orientalische Fichten. Das Besondere ist auch das hohe Alter der Bäume. Die meisten davon wurden bereits vor mehr als 150 Jahren gepflanzt. Heute kann man die Geschichte des Gartens auf einem Lehrpfad erkunden oder bei einer Führung genauer kennenlernen. Als Gegenstück zum Kneipp-Kurpark der Stadt bietet der Dendrologische Garten eine besondere Abwechslung für Baumfreunde.

Der Park trägt den Namen seines Gründers. Der Waldsassener Fabrikant Wilhelm Rother (1818 – 1898) war einer der frühen begeisterten Kurgäste im Ort. Im Jahr 1861 verlegte er seinen Wohnsitz nach Berneck, nahm regen Anteil am öffentlichen Leben und förderte den Kurbetrieb. Der Obelisk mitten im Rotherspark wurde Wilhelm Rother 1900 als Dankesgeste von der Stadt gewidmet.

Herbstphänomene im Rotherspark
Der Rotherspark ist in jeder Jahreszeit ein Erlebnis, aber ganz besonders lohnt sich ein Besuch im Herbst, wenn sich die Blätter der Laubbäume in unzählige Farbtöne verwandeln und den ganzen Park in ein Farbenmeer verwandeln.

Im Herbst ziehen die Bäume das Chlorophyll der Blätter, welches für die grüne Blattfärbung verantwortlich ist, in Stamm und Äste ein. Nun treten für einen kurzen Zeitraum andere Farbstoffe des Baumes in den Vordergrund, da sie vom Chlorophyll nicht mehr überdeckt werden. Das Rot ist zudem eine Signalfarbe für Insekten, an diesen Blättern keine Eier abzulegen, da sie bald abfallen werden. Des Weiteren sind diese Farbstoffe wichtig für Enzyme, welche den Bäumen den “Transport” des Chlorophylls ermöglichen.

Zusatzinformation
Im Rotherspark bzw. Dendrologischen Garten finden Sie ein eigenständiges Infosystem mit QR-Codes, das über den Park, seine Bäume und seine Geschichte informiert.
Weiterführende Verweise
Weitere Informationen rund um den Park finden Sie auch auf den Webseiten der Stadt Bad Berneck, des Tourismusverband Franken e.V. und des Fichtelgebirgsvereins e.V

Alexander von Humboldt in Berneck

Humboldt • Maler: Friedrich Georg Weitsch [Public domain], via Wikimedia Commons

Auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks wurde von 1486 bis 1841 Alaunschiefer abgebaut. Der weltberühmte Alexander von Humboldt (1769 – 1859) testete hier Ende des 18. Jahrhunderts eine selbst entwickelte Grubenlampe, da er die Arbeitsbedingungen untertage für die Bergarbeiter verbessern wollte. Bei dem gut dokumentierten Experiment kam er selber nur knapp mit dem Leben davon, wurde ohnmächtig von seinem Assistenten gerettet. Sobald er wieder bei Bewusstsein war, stürzte er zurück in das Bergwerk um zu kontrollieren ob seine Lampe noch brannte. (sie brannte noch!)
In der nahegelegenen ‚Humboldt-Stadt‘ Goldkronach kann man im Goldbergbaumuseum, an historischen Stätten und auf Wanderwegen viel über den historischen Bergbau sowie das Leben und Wirken von Humboldt erfahren.

Eine Übersichtskarte mit allen Standorten finden Sie hier.

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