Historisches Maintal

„Binnig“ – das Maintal früher und heute

Der aktuelle Standort bietet einen spannenden, vielfältigen Blick in die Geschichte. Die etwas tiefer liegende kleine Maintalstraße, auf der der Thiesenring auch einige Meter verläuft, war in früheren Zeiten eine der Haupterschließungsstraßen ins Fichtelgebirge.
Hier im Bereich Gärtnereiweg zweigte eine (bergseitige) Erschließungsstrecke über die „Warmeleite“ (auch „Sommerleite“) über Bärnreuth – Wülfersreuth ab, die andere (talseitige) Strecke, die historischen Zeiten eher einem Feldweg geglichen hat, verlief im urwaldähnlichen, sumpfigen Talgrund nach Goldmühl.

Bei Frankenhammer war und ist als Relikt die Brücke beim Glasenbauern, bis 1790 gar eine Zollstation, für den Ernteweg des dann schon mit Wiesen kultivierten Maintals, erhalten.

Beide Bauwerke existieren noch (s. hist. Karte). Zudem wurden durch die frühere Maintalstraße die Bergwerksbetriebe in der „Goldmühle“ (Poch- und Schleifwerke), Brandholz (dem eigentl. Bergbaurevier) und der „Schmelz“(-ofen) (Ortsteil Escherlich) erschlossen.

Letztes Relikt dieser Zeit war die sog. „Goldschlag“ im hiesigen Ortsteil „Binnig“ – die spätere Lackfabrik Schwabetan, heute ein kleiner Gewerbepark zwischen B303 und Weißem Main.
Die Maintalstraße hatte dabei als „Fichtelgebirgsstraße“ auch immer eine überörtliche Bedeutung. Erstmals wird 1862 eine Straßenverbindung zwischen Berneck und Wunsiedel angelegt, die Maintalstraße hieß.

Die Verbindung wurde im Dritten Reich als „Ostmarkstraße“ ausgebaut, Beginn der Strecke war die Autobahnausfahrt westlich Bad Berneck. 1937 wurde mit dem Bauabschnitt Bad Berneck – Wunsiedel begonnen. 1941 mussten die Arbeiten kriegsbedingt eingestellt werden.

Die heutige B 303, gar mit Europastraßenstatus E 48 (Schweinfurt-Schirnding/Eger-Prag) orientiert sich in diesem Bereich stark am historischen Verlauf.
Interessant ist an hiesiger Stelle auch der ostseitige Gebirgsblick ins enge Maintal – (in Richtung Frankenhammer; Fotostandort „Sonnenweg“ (bei Tafel 21)) bzw. der westseitige Blick – in die sich allmählich weitende Main- und Kronachtal-Aue in Richtung Himmelkron – Zottaschen/Königstuhl (im hist. Bild noch mit intaktem Rimlasgrund ohne Steinbruch (um 1930)).

Eine Übersichtskarte mit allen Standorten finden Sie hier.

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